Archive des Schreibens

Innovatives Kooperationsprojekt mit ORF Fernsehen präsentiert Autor:innen-Begegnungen.

In den kommenden Monaten verspricht Österreich als Gastland der Leipziger Buchmesse 2023 zahlreiche Begegnungen mit österreichischen Autor:innen. Zu den nachhaltigsten und innovativsten zählen jene, die das Gastlandprojekt in Kooperation mit dem ORF-TV gestartet hat: Es entsteht eine für lineares TV und Online entwickelte Serie mit dem Titel „Archive des Schreibens“. Was damit gemeint ist? Ein filmisches Archiv österreichischer Gegenwartsliteratur, das zeitgenössische österreichische Autor:innen in ästhetisch wie inhaltlich anspruchsvoll gestalteten Kurzporträts einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit dabei sind etwa Anna Baar, Xaver Bayer, Olga Flor sowie Valerie Fritsch, Maja Haderlap, Teresa Präauer und Robert Prosser.

Geplant sind bis zum April 2023 rund 20 filmische Kurzporträts, die bis dahin sukzessive vom ORF veröffentlicht werden und dann auch auf unserer Homepage nachschaubar sein sollen. Alle Filme werden zudem auf der Leipziger Buchmesse 23 und im Literaturhaus Leipzig in Form einer Dauerinstallation zu sehen sein.


Michael Stavaričs – 28. November 2022

Sprache zu hinterfragen und herauszufordern ist Michael Stavaričs Metier: Der österreichisch-tschechische Autor – oder tschechisch-österreichische, wie ihn die Tschechen umgekehrt gerne nennen – brilliert in seinen Romanen mit großer Sprachgewandtheit und düsterem Sog. Daneben schreibt er Kinderbücher, in denen sich Getier wie Blutegel, Krake und Eichelhäher tummelt.

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Olga Flor – 3. Oktober 2022

Olga Flor gilt als Spezialistin der Gegenwartsanalyse – nicht zuletzt auch der österreichischen Umstände: Mit formaler Raffinesse und ätzendem Humor seziert sie Geschlechterrollen, Kleinfamilie oder das Leben in einer durchökonomisierten Welt. Mit „Morituri“ war die Autorin, die zu den wichtigsten ihrer Generation zählt, zuletzt für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

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Xaver Bayer – 5. September 2022

In der sechsten Folge der „Archive des Schreibens“ geht es um Xaver Bayer: Er ist mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden und schreibt gegen diese an. Für seine abgründig-witzigen „Geschichten mit Marianne“ erhielt er 2020 den Österreichischen Buchpreis. Was Bayers Schreiben stets auszeichnet, ist das gelungene Porträt einer Welt, in der die Gewissheiten des Alltags plötzlich ins Bodenlose kippen.

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Elias Hirschl – 1. August 2022

In der fünfte Folge der „Archive des Schreibens“ spricht der 1994 geborene Elias Hirschl über seinen Zugang zum Schreiben, seine Inspirationsquellen und und das Zusammenspiel von Literatur und Musik.

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Reinhard Kaiser-Mühlecker – 11. Juli 202
„Schreiben ist das Gegenteil von ‚geht nicht‘. Und Landwirtschaft auch“, so beschreibt Kaiser-Mühlecker die Parallelen seiner beiden Professionen in der vierten Folge der „Archive des Schreibens“.

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Anna Baar – 20. Juni 2022
„Das Fremdsein steht mir gut“, sagt Anna Baar über sich in der dritten Folge der „Archive des Schreibens“ – und meint, dass sie genau in diesem Fremdsein „heimisch geworden“ sei, den Blick und die Benennung gerade aus ihrer eigenen Perspektive zur Gewohnheit gemacht habe.

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Robert Prosser – 16. Mai 2022
In der zweiten Folge erzählt Robert Prosser über seine Poetik der Bewegung. Es sind nicht die Gewalt und der Krieg selbst, die sich als Leitmotive durch das Romane, Reportagen, Prosabände, Libretti und Spoken-Word-Performances umfassende Werk Prossers ziehen: „Was mich interessiert, sind oft die Auswirkungen. Das Echo, das zum Beispiel der Bosnien-Krieg in der österreichischen Gesellschaft, in der österreichischen Gegenwart immer noch findet.“

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Teresa Präauer – 21. März 2022
Im ersten Kapitel von „Archive des Schreibens“ zeigt Präauer ihre Literatur als eine Form der Suche – „eine Suche, die nicht bestätigt, was ich schon weiß“. Es ist das Spiel zwischen Distanz und Nähe, zwischen dem, was als künstlich gilt, und dem, was als natürlich, das Präauers Literatur prägt.

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